Laborphonologie (FB I)

Der Forschungsbereich "Laborphonologie" (FB I) untersucht die physiologischen, phonologischen und sozialpsychologischen Aspekte der Produktion, Perzeption und Rezeption von Sprache, einschließlich der Atmung, Gestik und Bewegungen beim Sprechen. Unsere Forschung ist problemorientiert, theoretisch motiviert und häufig anwendungsorientiert. Dabei rücken Phänomene immer stärker ins Blickfeld, die im Kontext natürlicher Sprachverwendung auftreten.

Im ZAS stehen zwei Labore für Sprachaufzeichnungen zur Verfügung, in denen unterschiedliche Forschungsmethoden zur Anwendung kommen. In der schallgeschützten Aufnahmekabine können neben akustischen auch 3D-Artikulations- und Atmungsdaten aufgenommen werden, z.B. sprachliche Planungsvorgänge sowie antizipatorische Artikulationsbewegungen. Auch führen wir hier audiologische Tests zur Hörschwellenbestimmung durch. In unserem Motion Capture-Labor kann die Koordination von Sprache und Bewegung (sprachbegleitende Gesten; turn-taking-Mechanismen in Dialogen; Konvergenzen im sprachlichen Verhalten etc.) mit Hilfe von 12 Kameras erfasst werden.

Ferner untersuchen wir den Zusammenhang zwischen sprachlichem Ausdruck als Resultat multilingualer und multiethnischer urbaner Räume und Identität als Index für die eigene lokale bzw. soziale Verortung in der Sprache Jugendlicher unterschiedlicher Herkunft, sowie die Einstellungen von Hörern zu Sprachen, Dialekten, Soziolekten und Sprachvarianten, in denen häufig subtile phonetische Aspekte (‚fine phonetic detail’) sozial bewertet werden bzw. Aufschluss über die kognitive Verarbeitung von Sprache geben.