Erwerb adversativer Diskursrelationen – 'aber' im deutschen, bulgarischen und englischen L1-Erwerb

Ziel des sprachvergleichend angelegten Forschungsprojektes ist es, am Beispiel von aber ein Modell des Erwerbs von Adversativität zu erarbeiten, das die Integration semantischer, syntaktischer und diskurs-pragmatischer Konnektoreigenschaften in der kindlichen Grammatik erfasst. Bisherige Studien zu aber sind entweder auf der Diskursebene oder auf der Satzebene angesiedelt und beleuchten daher typischerweise neben semantischen nur diskurspragmatische oder syntaktische Erwerbsfaktoren. Dies hat zu widersprüchlichen Annahmen über den Erwerbszeitpunkt sprachlicher Realisierungen von Adversativität, den Erwerbsverlauf und das zugrundeliegende sprachliche Wissen geführt.

Im beantragten Projekt soll das Voranschreiten der Erwerbsprozesse auf den verschiedenen Ebenen sowie das Ineinandergreifen der einzelnen Wissenskomponenten erfasst werden. Dabei werden Vorhersagen zu Einzelaspekten des Konnektorenerwerbs wie die der zunehmenden kognitiven Komplexität (Spooren & Sanders 2008) und der hohen syntaktischen Anbindung (Lebeaux 2000) überprüft. Die Entwicklung der Funktionen von aber wird durch die Kontrastierung mit und und sondern ermittelt. Um sprachspezifische Aspekte des Erwerbsprozesses zu identifizieren, untersuchen wir drei Sprachen (Englisch, Deutsch, Bulgarisch) mit unterschiedlicher adversativer Spezifizierung von aber.





Funding

DFG

Funding period

01.11.2012 -30.10.2014

Principal Investigator

Dr. habil. Dagmar Bittner