11.12.2018

Prof. Dr. Susi Wurmbrand  (U Wien): Grammatiktheoretische Gedanken zur Ungleichheit von man und frau

In diesem Vortrag werden die Eigenschaften des generalisierenden Personalpronomens man mit dem Verhalten des künstlich kreierten Ausdrucks frau verglichen. Die Betrachtung der morphologischen, syntaktischen und semantischen Eigenschaften (Kasus, Genus, Numerus, Wortfolge, Referenz, Interpretation) zeigt, dass man und frau sich grundlegend anders verhalten. Während man ein echtes Pronomen ist, verhält sich frau wie eine indefinite Nominalphrase ohne Determinierer. Das Ziel, ein dem Pronomen man 'ebenbürtiges' feminines Pronomen zu erzeugen, kann also zumindest vom grammatiktheoretischen Standpunkt aus als nicht erreicht angesehen werden.


Zur Person:
Nach dem Studium der Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft an der Universität Wien absolvierte Susanne Wurmbrand ein Doktoratsstudium in Linguistics am Massachusetts Institute of Technology. Danach hatte sie Positionen an der McGill Universität und der Université du Québec à Montréal, und bis vor Kurzem eine Professur an der University of Connecticut. Derzeit ist sie Projektleiterin des Lise Meitner Projekts "Universalien und Variation in Satzeinbettungen” an der Universität Wien, und ab 2019 Gastprofessorin an der Harvard University. Wurmbrands Hauptforschungsgebiet ist Syntax und sie ist Mitherausgeberin des Journal of Comparative Germanic Syntax sowie der Language Science Press Reihe Open Generative Syntax.

 

Ort: Dorotheenstrasse 24, 10117 Berlin, Raum 1.101
Zeit: 18:15 Uhr

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Gemeinsame Vortragsreihe von
ZAS Berlin, Institut für deutsche Sprache und Linguistik der HU Berlin und Institut für Philosophie der HU Berlin

Ort: Dorotheenstraße 24, 10117 Berlin, Raum 1.101
Zeit: 18:15 Uhr