Deutsch

Werbeformeln, Sponti-Sprüche und Slogans aller Art nutzen das Spiel mit Sprache, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Drei Beispiele: Verona Feldbuschs Hier werden sie geholfen, der Fußballfan-Ruf Der VFL Bochum ist unabsteigbar, eine aktuelle Anzeigenkampagne Behindert ist man nicht, behindert wird man. Die Wirkung beruht auf dem gezielten Ausnutzen von bzw. Verstoß gegen Regeln der Grammatik. Wie funktioniert das und welches implizite Wissen über Sprache haben wir alle, das uns den "Pfiff" derartiger Slogans verstehen lässt?

Was unterscheidet gutgebaute, eingängige und überzeugende Texte von schlechten und schwierig zu verstehenden? Wie kann man erkennen, worüber ein Text geht, und wie die Aspekte des Themas im Text entwickelt werden?

Wie wird die gesprochene Sprache verschriftlicht? Inwieweit ist die Beziehung zwischen Lauten und Graphemen (hier Buchstaben) eindeutig (z. B. die Schreibung von /k/ als <k, ck, ch> oder die Lautung von <v> als /f, v/)? Welche Aspekte der Verschriftlichung haben den Lesenden im Visier (z. B. Bedeutungsunterscheidung gleichlautender Wörter durch unterschiedliche Schreibung: <Saite> vs. <Seite>, <lehren> vs. <leeren>, Morphemkonstanz)? Welche Aspekte der Verschriftlichung haben den Schreibenden im Visier (z. B. Ökonomie der zu verwendenden Schriftzeichen)?  Inwieweit bezieht sich die Schrift eher auf die zugrundeliegende lautliche Form (z. B. <Hund> ~ [hʊnt]) als auf die tatsächliche Aussprache? Welche Fragen und Probleme ergäben sich, wenn Deutsch mit einem anderen Schriftsystem (z. B. Silbenschrift) geschrieben würde?

Welche Unterschiede zeigen sich zwischen Standardsprache und Umgangssprache? Inwieweit gibt die Umgangssprache Tendenzen in den Dialekten wieder (z. B. Ersetzung des Genitivs durch dem Vater sein Hut vs. der Hut vom Vater). Worin unterscheiden sich deutsche Dialekte voneinander? Welche Rolle spielen andere Sprachvarietäten (z. B. Kiezdeutsch)?