Forschungsthemen

Das im Rahmen des Projektverbunds "Dokumentation bedrohter Sprachen" (DoBeS) geförderte Projekt untersucht die Sprachen im Süden und Westen von Ambrym, der fünftgrößten Insel des südpazifischen Staates Vanuatu. Die etwa 680 km2 große Insel ist ein Vulkankegel mit zwei aktiven Kratern in einer großen Caldera, innerhalb derer es wegen der schwefelhaltigen Niederschläge kaum Vegetation gibt. Es gibt miteinander unverbundene Bevölkerungszentren im Norden, Südosten und Südwesten, wobei der Südwesten mit mindestens drei dialektal differenzierten Sprachen bei einer Bevölkerung von ca. 3000 Menschen linguistisch besonders divers, aber auch besonders gefährdet ist: Ein Vulkanausbruch 1913 hat zum Verschwinden einer Sprache geführt, und die Region ist besonders stark dem sauren Regen ausgesetzt. Dazu kommt, dass die lokalen Sprachen durch die Verkehrssprache Vanuatus, das Bislama, zurückgedrängt werden, vor allem seit das Mobiltelefon die Insel erreicht hat.

In dem Projekt soll die Grammatik dieser Sprachen näher untersucht und Lexika zusammengestellt werden. Es soll ferner die Verwendung der Sprachen in vielfältiger Weise, auch mit Video, dokumentiert werden, zum Beispiel in Erzählungen, Instruktionen, in Spielen und bei Gerichtsverhandlungen. Ambrym ist das Zentrum einer einzigartigen Kunstform, des Sandroing oder Sandzeichnens, das mit den begleitenden sprachlichen Elementen ebenfalls untersucht werden soll. Die Dokumentationen werden sorgfältig und im Detail transkribiert und analysiert. Es werden ferner Lexika und kleinere Schulbücher in den Sprachen für den lokalen Gebrauch produziert.

 





Förderung

Förderzeitraum

08/2009-06/2013

Leitung

Prof. Dr. Manfred Krifka