Phonetiklabor

Mit dem Phonetiklabor stehen dem ZAS für den Bereich Phonetik/Phonologie sehr gute Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für Forschung und Lehre zur Verfügung, wobei eine enge Zusammenarbeit insbesondere mit der Humboldt-Universität, Prof. Pompino-Marschall, dem Institut für Phonetik der LMU München, der TU Berlin, unserem französischen Partnerinstitut in Grenoble sowie der Universität Edinburgh besteht.

Das Labor wurde 1994 in Trägerschaft der Max-Planck-Gesellschaft gegründet und 2006 mit dem Umzug in die jetzigen Räume in der Schützenstraße unter der Leitung von Prof. Pompino-Marschall und Jörg Dreyer neu projektiert und mit den Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Landes Berlin aufgebaut und eingerichtet.

Unser Labor unterstützt alle Mitarbeiter sowie viele Studenten in ihrer wissenschaftlichen Arbeit und bei der Feldforschung. Mit den Möglichkeiten unseres Phonetiklabors können wir Interessierte bei Fragen, Problemen und Experimenten im Rahmen unserer Ressourcen unterstützen. Bitte kontaktieren Sie hierzu Jörg Dreyer.

Das Labor besteht aus einem reflexionsarmen und schallisolierten sowie elektromagnetisch abgeschirmten Aufnahme- und Experimentalraum von Studioqualität sowie einem Auswerteraum mit 3 Computerarbeitsplätzen.

Experimentalphonetische Forschungsgebiete in unserem Labor im Bereich Phonetik/Phonologie sind:

  • Sprachakustische Analysen
  • Elektromagnetische Artikulografie
  • Elektromagnetische Palatografie
  • Laryngografie
  • Intraoraler/nasaler Luftdruck und Luftstrom

Das Labor verfügt im Studio /Aufnahmeraum über mehrere PCs u. a. zur Ansteuerung des 10-Kanal-Artikulografen AG 100 zur Erfassung von Zungen/Lippen/Kieferbewegungen sowie zum Betrieb des Laryngografen zur Erfassung des Schwingungsverhaltens der Stimmlippen.

Mit dem neuen 3D-Artikulografen AG 500 der Carstens Medizinelektronik, angeschafft im Sommer 2008, wurden erfolgreich erste Experimente mit italienischen Sprechern im Rahmen unseres Phonetik-Projektes durchgeführt. Im Labor dient ein Rechner zum Betreiben des elektropalatografischen Systems Reading EPG 3.0 zur Erfassung der Zungen-Gaumen-Kontakte (künstlicher Gaumen mit 62 eingearbeiteten Elektroden) beim Sprechen.

Unser Laryngograf wird vor allem in der Lehre eingesetzt. Aber auch die Intonation und glottale Bewegungen sind mit ihm messbar.

Für intraorale Luftdruckmessungen wurde ein spezielles System in unserem Labor entwickelt. Es basiert auf einem ca. 13mm x 1,5mm kleinen Druckaufnehmer der Fa. Endevco, der an das PC-quirer-Druckaufnahmesystem von SCICONRD elektronisch angepasst wurde. Die Druckaufnehmer (Sensoren) werden für die Experimente entweder direkt an den Gaumen angeklebt oder in Verbindung mit EPG-Aufnahmen mittels eines kurzen Schlauchstückes am künstlichen Gaumen befestigt. Somit kann eine intraorale Druckmessung gleichzeitig mit EPG oder EMA kombiniert werden. In Zusammenarbeit mit der LMU München können mit Hilfe der neuen Respitrace-Technik zur Erfassung der Atembewegung beim Sprechen Aufnahmen gemacht und parallel intraorale Durckmessungen durchgeführt werden.

Seit längerer Zeit nutzen wir zur Signalanalyse der akustischen Signale sowohl auf dem PC als auch auf dem MacIntosh die Software PRAAT (Boersma, Weenink) sowie Pcquirer/Synthworks von Scicon R&D. Auf unserem MacIntosh steht uns die phonetische Hypercard-Datenbasis Sounds of the World's Languages (SOWL, P .Ladefoged / UCLA) zur Verfügung. Als Analyserechner dienen weitere vernetzte Personalcomputer u. a. mit dem umfangreichen Programmpaket Matlab/Simulink.

Für die Aufzeichnung, Bearbeitung, Auswertung und Wiedergabe insbesondere der akustischen Signale steht eine komplette digitale und analoge Studiotechnikausrüstung mit neuen Festplattenrecordern, DAT-Recordern, digitalen Soundkarten, Kassettendecks (stationär und portabel), analogen Bandmaschinen, Filtern/Equalizern, Verstärkern, Lautsprechern, Schallplatten- und CD-Abspielgeräten, elektronischer Messtechnik, Signalgeneratoren, Oszilloskop sowie dazugehöriger hochwertiger Mikrofontechnik und digitaler Videotechnik für Studio- und Feldaufnahmen zur Verfügung. Videokamera und -recorder dienen nicht nur zur Ergänzung des Angebotes, sondern werden seit mehreren Jahren z.B. für Langzeitstudien mit Kindern im Spracherwerbsprojekt oder in der Feldforschung der verschiedenen Projekte eingesetzt.







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